Hand auf´s Herz… wie oft werden in eurer Feuerwehr Einsätze dokumentiert? Klar , natürlich wird für jeden Einsatz ein Brand- oder Hilfeleistungsbericht geschrieben. Aber reicht das? Wir haben uns mit der Frage beschäftigt und liefern euch gute Gründe was eine gute Dokumentation ausmacht und wann sie wichtig wird!

Der erste Gedanken bei Einsatzdokumentation oder Funktagebuch ist immer „Großschadenslage“. Dann werden die ELW 1 und ELW 2 aus dem Stall geholt und es wird dokumentiert und gefunkt was das Zeug hält ;). Aber wie sieht es aus, wenn man keinen eigenen ELW mit zur Einsatzstelle bringen kann, oder man nicht jedes Wochenende ein Großfeuer bekämpft sondern einmal im Monat zu einer BMA Auslösung fährt?
Wenn wir das Beispiel der Großschadenslage nun betrachten… warum wird hier überhaupt ein Funktagebuch geschrieben und eine genau Dokumentation erstellt? Warum werden mit viel Detailtreue Lagekarten erstellt?
Auf der einen Seite soll der Einsatzleiter und dessen Führungsorgane natürlich eine Unterstützung erhalten. Der ELW dient oft als Stelle die alle Information sammelt, bündelt, aufbereitet und dann gezielt wieder zur Verfügung stellt. Denn ganz ehrlich, kein Einsatzleiter muss wissen wie viele B-Schläuche verlegt wurden oder nach 30 Minuten noch wissen was der letzte Funkspruch zwischen der Straßensperre Hauptkreuzung und dem Gruppenführer HLF gewesen ist. Nein, der Einsatzleiter konzentriert sich auf seine Maßnahmen, sind die Maßnahmen erfolgreich oder müssen weitere Maßnahmen getroffen werden.

Und nun kommt wieder die Dokumentation ins Spiel 🙂

Das Feuerwehrwesen ist wie alles andere auch im ständigen Wandel. Oftmals vielleicht nicht überall so schnell, aber  immer im Wandel. Feuerwehr ist schon lange nicht mehr wie vor 30 Jahren. Neue Technik hält Einzug. Schon lange wird nicht mehr mit Vollstrahl und massivem Wassereinsatz gelöscht. Heute findet man Hohlstrahlrohre im D-Format auf den Löschfahrzeugen. Die Schutzkleidung ist wesentlich besser geworden und Schlauchmanagment und gezielter Innenangriff stehen als Ausbildungsprogramm in den Feuerwehren auf dem Plan.
Und so wie auch die Technik im Wandel ist, so ist die Feuerwehr immer öfter mit rechtlichen Situation konfrontiert. Unfälle während Blaulichfahrten oder „zu spätes“ Eintreffen von Rettungskräften sind hier nur die einfachen Beispiele.

Geschädigte Personen Klagen  immer öfter gegen Kommunen und Feuerwehren.
Wie läuft nun so ein „Streitfall“ ab? Im ersten Schritt steht eine Behauptung im Raum. Nehmen wir als Beispiel “ Die Feuerwehr hat viel zulange gebraucht!“  Die Polizei nimmt nun die Ermittlung auf und befragt den Beschuldigten, also die Feuerwehr und das ist in Person der Einsatzleiter. Aber wieder Hand auf´s Herz… wisst ihr wann Ihr im Feuerwehrhaus wartet und wie lange ihr bis zur Einsatzstelle gebraucht habt?
Jetzt werden vielen denken… „Muss ich ja nicht wissen, das weiß ja die Leitstelle, Status 3 und 4 sei Dank!“ Genau! Aber auch das ist eine Einsatzdokumentation und zeigt schon am einfachen Beispiel wie wichtig eine Dokumentation ist.

Aber wie sieht es nun mit den Maßnahmen aus der der Einsatzleiter getroffen hat. Nehmen wir nun das Beispiel eines kleinen Flächenbrandes. Der Einsatzleiter entscheidet sich für als Erstmaßnahme die Wasserentnahme aus dem mitgeführten Wassertank und schätzt diese als ausreichend ein. Im Verlauf zeigt sich nun, dass mehr Wasser benötigt wird da das Feuer nun auch einen Teil einer Terassenüberdachung erreicht hat. Es wird mit dem Aufbau einer Wasserversorgung begonnen. Das Feuer wurde gelöscht aber ein Teil der Überdachung ist leicht beschädigt. Das Beispiel ist vielleicht weit hergeholt aber…
Die geschädigte Person wird behaupten dass sie viel zu spät Wasser an der Einsatzstelle hatten und kann das mit einem Handyvideo belegen. Das Video zeigt natürlich nur das was die geschädigte Person möchte.

Es gibt noch weitere mögliche Varianten über Verkehrsunfälle, First Responder Einsätze, Unwetterlagen usw.

Durch eine  einfach Dokumentation der Tätigkeiten können ihr eure Maßnahmen  und  euer Handeln belegen!

Also schafft eine gut geführte Einsatzdokumentation also eine Art „Rechtssicherheit“. Aber  es gibt durchaus noch andere Gründe die für eine Einsatzdokumentation bei jedem Einsatz sprechen.

 

Die Feuerwehr ist eine öffentliche Einrichtung. Die Feuerwehr ist die Organisation die den Brandschutz sicherstellt, zu dem die Kommunen und Städte laut Brandschutzgesetzt verpflichtet sind.
Und so muss die Feuerwehr auch nach jedem Einsatz einen Bericht schreiben. Die Berichte geben dann Aufschluss darüber wo die Feuerwehr tätig war und mit wie viel Personal und Gerätschaften der Einsatz abgearbeitet wurde. Und nun sitzt der Einsatzleiter oder Schriftführer oder wer auch immer in der Feuerwehr die dankbare Aufgabe hat nach dem Einsatz über dem „Papierkram“. Und genau dann nachdem der Einsatz abgearbeitet wurde, die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht wurden und man sich kurz „frisch“ gemacht hat stellt sich die Frage… „Wann war nochmal die erste Wassergabe?“ oder “ War das Kennzeichen XX-XX-98 oder 89?“

So stellt sich eine Einsatzdokumentation direkt an der Einsatzstelle als sehr sinnvoll heraus. Zum einen kann der Einsatzleiter bereits einen Großteil der Dokumentation erledigen ohne wichtige Infos zu verlieren. Zum anderen findet sich besonderes zum Einsatzende auch immer ein Zeitfenster in dem die Dokumentation ausgefüllt werden kann.
Nun ist es dabei total egal ob ihr euch einfach schnell die wichtigsten Notizen auf einen Schmierzettel schreibt oder die Dokumentation mittels EDV bereits digital erfasst. Jeder sollte es so machen wie er seine Dokumentation am besten organisieren kann.
Und bevor man nun Einsatz Tablets und Co als „unnötig im Feuerwehreinsatz“ verteufelt, sollte man vielmehr über die Möglichkeiten nachdenken die solche Systeme bei der Dokumentation bieten.

Wir sind im Jahr 2017 jeder nutzt Smartphone, PC und Internet täglich! Wir Reden vom IoT (Internet of Things) in dem Wäschetrockner und Backofen über da Internet ferngesteuert werden können. Also warum nicht auch ein Tablet auf einem Löschgruppenfahrzeug?
Auf dem Tablet könnt ihr schnell alles  digital dokumentieren und im einfachsten Fall die Daten direkt ausdrucken oder an Verwaltungsprogramm transferieren.  Gleichzeitig bietet das Tablet auch weitere Einsatzmöglichkeiten ;).

Und ein nicht zu unterschätzender Punkt der für eine Einsatzdokumentation spricht ist, um den Einsatz zu dokumentieren 🙂

Dabei setzt sich einen Einsatzdokumentation aus vielen einzelnen Teilen zusammen. So besteht ein gute Einsatzdokumentation aus:

Funktagebuch (Dokumentation aller eingehenden und abgehenden Gespräche)
Kräfteübersicht ( Dokumentation aller Einsatzkräfte inklusive Funktion und eventuell PA Tragezeit)
Materialübersicht (Dokumentation alle verbrauchten und eingesetzten Materialien)
Lagekarte (Position Schadenstelle und eingesetzte Kräfte)
Einsatzdaten ( Daten von Schadensort, vorgefunden Lage,  geschädigten Personen, Wetterdaten usw)


Eine Einsatzdokumentation dient im eigentlichen Sinne dem Einsatzleiter (wie bereits oben erwähnt).  Ein schneller Blick auf die Lagekarte oder die Rückfrage ob Einsatzaufträge abgearbeitet wurden erleichtern die Arbeit des Einsatzleiters. Sie nimmt ihm ein wenig die Last und sorgt dafür das der Einsatzleiter den Kopf frei hat für seinen weiteren Einsatzverlauf.  Und genau letzteres sollte der Grund sein warum eine gute und einfache Einsatzdokumentation bei jedem Einsatz eingesetzt werden sollte. Sie soll die Arbeit der Führung einfacher machen und damit für alle zum schnelleren Einsatzerfolg führen.

 

Du willst mehr über das Thema Einsatzdokumenation wissen? Melde dich einfach zu unserer Einsatzdokumentation Tour an und wir lassen dir weitere Infos zukommen

 

 

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